„Stadtputzer“ Jürgen Veit geht in den Ruhestand

SCHWALBACH. Jürgen Veit sammelte in seiner Freizeit rund 20 Jahre lang den Abfall, den andere achtlos in Stadt und Landschaft weggeworfen hatten. Nun füllt der ehrenamtlich tätige Stadtputzer nur noch zwei Abfallsäcke, dann legt er die Abfallzange beiseite.

Bürgermeisterin Christiane Augsburger dankte dem Schwalbacher am 30. Juli: „Jürgen Veit hat sich mit seinem jahrzehntelangen Einsatz für ein sauberes Schwalbach vorbildlich engagiert.  Auch im Namen des Magistrates der Stadt danke ich ihm dafür sehr herzlich und wünsche ihm weiterhin einen angenehmen Ruhestand!“ Als Dankeschön für die jahrelange Arbeit überreichte sie ihm ein Geschenk. Jürgen Veit begründet seine jahrelange freiwillige Arbeit: „Ich lebe seit 1974 gerne in Schwalbach und wollte deshalb auch etwas für die Stadt tun. Jetzt höre ich damit auf. Zwar fühle ich mich noch ziemlich fit, doch man wird ja auch nicht jünger“, lacht der 78-Jährige.
Das ehrenamtliche Beseitigen von Unrat lernte er bei einem Amerikaaufenthalt von 1979 bis 1981 kennen. Dort ist es oft üblich, dass Vereine die Verantwortung für einen sauberen Wegesrand von Hauptverkehrsstraßen übernehmen. Auf Schildern mit „Adopt-A-Highway“ als Überschrift wird der für die Sauberkeit verantwortliche Verein genannt. Freiwillige werden damit ermutigt, einen bestimmten Abschnitt der Straße zu säubern und frei von Müll zu halten.
Allerdings konnte er diese Idee erst im Ruhestand verwirklichen. Anders als bei der amerikanischen Kampagne entsorgte der ehemalige Bankdirektor überall in der Stadt Müll.  Mit seinem „Hackenporsche“ und den Müllsäcken, die ihm die Stadt zur Verfügung stellte, war er gezielt an Orten unterwegs, wo er zuvor beim Radeln, Joggen oder Spazierengehen Müll entdeckt hatte. Die Säcke stellte er gut sichtbar auf, so die Vereinbarung mit dem städtischen Bauhof, der sie dann abholte. „Man profitiert auch selber, wenn alles schön sauber ist“, sagt Veit.
Insgesamt habe sich die Sauberkeit in Schwalbach in den letzten Jahren verbessert, meint er. Ursache seien nicht nur die regelmäßig durchgeführten Aktionen wie Stadtputztag, Sauberhafter Kindertag oder Sauberhafter Schulweg. Auch das vor einigen Jahren eingeführte Pfand für Dosen und Kunststoffflaschen trage zur Verringerung des Mülls in der Landschaft bei. Augsburger: „Tatsächlich legen wir in Schwalbach großen Wert auf Sauberkeit. Die Stadt beteiligt sich deshalb an allen landesweiten sauberhaften Aktionen und ist Mitglied des Fördervereins Sauberhaftes Hessen e.V.“

Bürgermeisterin Christiane Augsburger und Jürgen Veit.