Spatenstich: Arbeiten am neuen Heim der Feuerwehr Wallau starten
HOFHEIM. Wallaus Feuerwehr bekommt eine neue Heimat. Das bisherige Feuerwehrhaus aus dem Jahr 1977 ist bereits abgerissen und weicht damit einem Neubau an gleicher Stelle. Die Wallauer Feuerwehr war zuvor bereits im Februar für die Zeit des Baus auf ein Gelände der Firma Meinhardt im Gewerbegebiet Wallau umgezogen.
Kürzlich war nun Spatenstich auf dem Grundstück an der Steingasse. Bis Ende 2018 entsteht dort das neue Wallauer Feuerwehrhaus. Die Rohbauarbeiten haben begonnen.

Der Bau wird nach aktueller Berechnung 1,8 Millionen Euro kosten und allen Anforderungen an ein modernes Feuerwehrhaus auch unter energetischen Gesichtspunkten entsprechen. Das Land Hessen bezuschusst das Projekt im Investitionsprogramm zur Förderung des Brandschutzes mit 157.000 Euro. Hinzu kommt eine Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (Kfw) durch einen zinsvergüteten Kredit in Höhe von 68.450 Euro. Nach aktueller Auftragsvergabe von 70 Prozent der berechneten Ausgaben für Gewerke liegen die Auftragshöhen leicht über dem berechneten Ansatz vor Abgabe der Angebote.
Das neue Feuerwehrhaus wird im Gegensatz zu seinem Vorgänger wie ein typisches Feuerwehrhaus aussehen und aus zwei wesentlichen Teilen bestehen: Ein dreigeschossiges Verwaltungsgebäude in Massivbauweise schließt an eine Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen, welche in Stahl-Leichtbauweise errichtet wird, an. Daran wird ein Übungsturm in Form einer Wandscheibe konstruiert. Wandscheibe und Gebäudewand werden mit Gitterplatten verbunden sein. Im Verwaltungsgebäude werden Umkleidebereiche für Frauen und Männer mit Duschen und Toiletten im Erdgeschoss auf einer Ebene mit der Fahrzeughalle untergebracht sein. Dabei ist die sogenannte „schwarz-weiße Trennung“ im Sinne der Abläufe im Einsatzfall umgesetzt. Ebenfalls im Erdgeschoss sind neben der Halle ein Lager und eine Werkstatt zu finden. Die Jugend- und Kinderfeuerwehren erhalten eine eigene Umkleide mit Dusche und Toilette sowie einen Versammlungsraum im Untergeschoss. In diesen gelangt durch eine Souterrain-Lösung natürliches Licht. Weitere Lagerräume runden das Untergeschoss ab. Im Obergeschoss wird es Büros für Wehrführer und Jugendwart, Toiletten sowie eine Küche geben. Ein Bereitschafts- und Schulungsraum, der durch eine Trennwand individuell teilbar ist, komplettiert das Obergeschoss. Gegenüber dem Neubau entstehen am Rand des Festplatzes sieben Stellplätze für Autos der Feuerwehrleute, die ein schnelles Ausrücken im Einsatzfall erleichtern.
Energetisch wird das Feuerwehrhaus auf dem neusten Stand sein. Wobei die Fahrzeughalle mit einer maximalen Innentemperatur von 12 Grad Celsius als „nicht beheizt“ gilt und bei der energetischen Bewertung im Sinne des Förderungsantrags der Kfw nicht berücksichtigt werden muss. Im Hauptgebäude ist eine mit Strom betriebene Wärmepumpe die vorgesehene Wärmequelle. Heizkörper und Deckenstrahlplatten werden die Räumlichkeiten heizen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Fahrzeughalle wird dieses System unterstützen. Der Neubau wird sehr gut gedämmt und abgedichtet sein und erfüllt dadurch den KfW-55-Standard, welcher etwa 45 Prozent Energieeinsparung gegenüber dem vom Gesetz geforderten Standard bedeutet. Dies macht die Förderung des Projekts durch die KfW möglich. Für die gesamte Beleuchtung wird besonders sparsame LED-Technik verbaut.
Der Neubau des Feuerwehrhauses wurde nötig, da das alte Gebäude unwirtschaftlich geworden war und nicht mehr den Bedarf einer modernen Feuerwehr decken konnte. Unter anderem war die Halle für moderne Feuerwehrfahrzeuge zu klein und die Ausfahrbreiten der Tore zu gering. Es fehlten geschlechtergetrennte Umkleiden, gesicherte Flucht- und Verkehrswege im Gebäude sowie ausreichend große Stellplätze. Der technische Prüfdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt beanstandete zudem wiederholt die veraltete Haustechnik. Nach Abwägung der Kosten für eine Sanierung und denen eines Neubaus und der Erkenntnis, dass selbst eine Sanierung nicht alle Probleme lösen würde, entschied sich die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2015 für einen Neubau.
Der Neubau wird am alten Standort auf dem Grundstück Steingasse 3d entstehen. Das Grundstück wurde im Einvernehmen mit dem nachbarlichen Grundstückseigentümer optimiert und in seinen äußeren Ausmaßen kompakter und dadurch für den Bedarf eines neuen Feuerwehrhauses als Zweckbau besser nutzbar.
Durch das große Engagement der Geschäftsführung der Firma Meinhardt war es möglich, die Feuerwehr Wallau im Februar auf einem Gelände im Gewerbegebiet Wallau unterzubringen. Dort räumte die Firma eine Halle und sorgte durch kleinere Reparaturen für die nötige Infrastruktur. Dadurch verfügt die Feuerwehr auch in ihrem vorübergehenden Zuhause über Heizung, Druckluft für die Fahrzeuge, Strom und Telefon. Die Halle bietet Platz für zwei Großfahrzeuge und einen Mannschaftstransportwagen. Sie hat einen Sanitärraum und genug Raum für Spinde, in denen die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzabteilung verstaut ist.
Im Alarmfall werden auch die Betriebsmeister der gegenüberliegenden Lackiererei der Firma Meinhardt und der Sicherheitsdienst alarmiert, um sicherzustellen, dass die Ausfahrt durch die Hallentore frei ist. Dies hat sich bereits in der Praxis bewährt. Die Stadt Hofheim bedankt
sich sehr herzlich bei der Firma Meinhardt für diese Unterstützung.