Nuer „Zugführer“ für Verein Fastnachtszug

HOFHEIM. Mit dem Hofheimer Fastnachtszug e.V. verbindet sich die illustre Gesellschaft von etwa 100 Damen und Herren Senatorinnen und Senatoren.  Es ergeht das feine, närrische Anliegen an sie, das Zustandekommen des Hofheimer Fastnachtszugs alle zwei Jahre mit zu finanzieren. Manfred Göbgen, Erster Vorsitzender dieses Vereins seit 1998, lud dazu stets im Jahr vor dem Zug zu einer fröhlichen Senatoren-Anwärter-Schau, in der er zuvor ausgesuchten Damen und Herren die Chance gab, Aufnahme in diesen Kreis zu finden.

Zuletzt wurden, in Anlehnung an das TV-Format „Wer wird Millionär?“, den Anwärtern jeweils drei Fragen gestellt, deren scheinbarer Ernst zumeist in Ulk aufging. Wer die Fragen beantwortete, erwarb die Senatorenwürde, samt Kappe und Goldener Uhr mit „Zipfel“. Ein „Joker“ um die Fragestellung erhöhte die Spannung. Ein merkwürdiger „Jurist“ im Publikum sprang mit manch närrischen „Biegen und Brechen“ um die Frage einigen Anwärtern in Antwortnot bei. Und Assistentin Ria Firle gab der Show Glanz und Glitzer.
Bürgermeisterin Gisela Stang ist Senatorin. Der verstorbene Kreistagsvorsitzende Dr. Hanns Großmann war es ebenfalls. Auch zahlreiche „bekannte“ Hofheimer tragen die Senatorenkappe. Göbgen achtete darauf, dass dieser Sponsorenkreis weit gezogen wurde.
Nach 20 Jahren erfolgreichen und geschätzten Vorsitzes hatte sich Göbgen (74) jetzt entschieden, in der aktuellen Jahreshauptversammlung des Vereins nicht mehr zu kandidieren. Seit etwa einem Jahr hat er den Wechsel in Gesprächen und mit Zustimmung seiner Vorstandskollegen vorbereitet. Daher führt jetzt Joachim Melzer den Hofheimer Fastnachtszug e.V. Ria Firle bleibt auch an seiner Seite zweite Vorsitzende, Korina Kutschmann übernimmt die Schriftführung, und Hans-Joachim Neumann weiterhin die Schatzmeisterei.
Ein Blick in die Jahreshauptversammlung offenbarte eine große Gesellschaft am langen Tisch: Die Köpfe schienen zu „rauchen“, und jeder hatte Papiere vor sich. Göbgen bestätigte: „Der Vorstand arbeitet zielstrebig und bei aller Freude um die Narretei auch ernst.“ Er trat dem Verein 1994 bei und wurde vier Jahre später Vorsitzender. Seine Gründung geht auf 1984 zurück. Ein Zugausschuss aus einer Versammlung von Vereinsring Hofheim und KG 1900 Hofheim hatte sich davor um Förderer des Fastnachtszugs bemüht.
Göbgen brachte feinen Witz, Schelmerei und Ironie in seine Fragestellungen um die neue
Senatorenwürde. So ergibt sich für ihn aus dreimal sieben eben nicht nur 21, sondern auch feiner Sand. Und die geographische Grenze zwischen Kriftel und Hofheim zieht Göbgen nicht am Schmelzweg, sondern sieht sie „zwischen Genie und Wahnsinn“ angelegt. Das ging auch nach Wiederholungen den Senatoren immer „unter die Haut“. RE 


 Nach Manfred Göbgen führt jetzt Joachim Melzer den Verein Hofheimer Fastnachtszug e.V.. Ria Firle bleibt zweite Vorsitzende und zugleich „Zugmarschallin“. Die Schriftführung hat
Korina Kutschmann übernommen. Die Kasse führt weiterhin Hans-Joachim Neumann (v.l.).