Ein Stück Geschichte: Sonnenuhr erinnert an altes Hofheimer Hallenbad
HOFHEIM. Eine Sonnenuhr im Innenraum macht eigentlich keinen Sinn. Wenn diese Sonnenuhr aber ein Stück Geschichte ist, wird daraus eine spannende Erinnerung an vergangene Zeiten. Die besagte Sonnenuhr hängt über dem Vereinsschwimmbecken in der Rhein-Main-Therme und ist ein Relikt aus dem alten Hofheimer Hallenbad, das 1997 abgerissen wurde.

Bürgermeisterin Gisela Stang und der Leiter der Rhein-Main-Therme, Dirk Heislitz, sind bei der Suche nach einem geeigneten Platz für die Sonnenuhr fündig geworden. Das Hofheimer Stadtarchiv lieferte spannende Fakten zu dem Kunstwerk.
Annemarie Schwichtenberg, die Frau des ehemaligen Hofheimer Bürgermeisters Werner Schwichtenberg, fertigte die Sonnenuhr 1967 selbst an. Der Bau solcher Uhren war ihr Hobby. Zur Einweihung des Hallenbads, das am heutigen Standort des Chinon Centers errichtet wurde, im Jahr 1967, hing die Uhr dann an der Außenwand. 1974 musste sie wegen des Baus der Stadthalle abgehängt werden, denn durch die Stadthalle hätte die Uhr kein Licht mehr bekommen.
1978 wurde die Sonnenuhr dann nach der Erweiterung des Hallenbads auf der Freiterrasse zwischen neuer und alter Schwimmhalle wieder aufgestellt. Vor dem Abriss des Hallenbads 1997 wurde die Sonnenuhr abgehängt und eingelagert. Seit dem vergangenen Jahr hängt sie nun in der Rhein-Main-Therme und erinnert an das alte Hofheimer Hallenbad. In der Amtszeit von Altbürgermeister Werner Schwichtenberg wurde das Hallenbad als eines der ersten im Main-Taunus-Kreis gebaut. Schwichtenberg und seine Frau hatten sich sehr für den Bau des Bades und später für dessen Erweiterung eingesetzt.
Die Fertigung der Sonnenuhr war deshalb für Annemarie Schwichtenberg eine Herzensangelegenheit. Werner Schwichtenberg ist noch bis zur Schließung des Bades fast jeden Tag dort schwimmen gewesen. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits 90 Jahre alt.