Das Eschborner Rathaus wurde 1967/68 gebaut, der Bau der Stadthalle folgte 1970. 20 Jahre später wurde eine Rathauserweiterung mit Sitzungssaal und Parkdeck notwendig, 1992 kam der Bibliotheksanbau hinzu. Im Jahr 1996 entstand mit REWE Markt, Apotheke und Tiefgarage noch ein neuer Gebäudekomplex auf dem Gelände.
Vor über 15 Jahren kamen dann erstmalig Überlegungen auf, das Rathaus komplett neu zu bauen. Dazu wurden mehrfach Flächenbedarfsanalysen durchgeführt (2004, 2008, 2010). 2008 gab es einen Beschluss der Stadtverordneten, einen Architektenwettbewerb zum Neubau von Rathaus und Stadthalle durchzuführen, unter Bürgermeister a.D., Wilhelm Speckhardt (CDU). 2009/2010 ergab dieser Wettbewerb, dass sich die Kosten für einen kompletten Neubau beider Gebäude auf weit mehr als 80 Mio. Euro belaufen würden. Verschiedene Gutachten zur Substanz der Bestandsgebäude und zur Wirtschaftlichkeit der Neubaupläne führten zu politischen Querelen; die Fraktion der Linken forderte daher in der Sitzung der Stadtverordneten am 9.2.2012, alle maßgeblichen Gutachten den Stadtverordneten auszuhändigen. CDU und Grüne lehnten diese Forderung mehrheitlich ab.
In dieser aufgeheizten politischen Stimmung wurden die Eschborner aktiv und gründeten eine Bürgerinitiative, um den Erhalt des Rathauses zu sichern. Tatsächlich wurden im Bürgerentscheid 2012  4.860 Stimmen gegen den Abriss des Rathauses gezählt – die Entscheidung war gefallen. 2013/2014 setzte die Stadt einen Sonderbau-Ausschuss zum Neubau der Stadthalle ein.
Nach dem Amtsantritt von Bürgermeister Mathias Geiger initiierte dieser im Rathaus zügig umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen, insbesondere im Bereich Brandschutz. „Den Bürgerwillen werde ich bis zum Ende meiner Amtszeit respektieren und mich für eine Sanierung des Rathauses einsetzen“, sagte Geiger damals.
Ab diesem Zeitpunkt hätte alles seinen Gang gehen können, aber schnell machten Gerüchte die Runde, wonach das Rathaus nur bis zum Jahr 2020 genutzt werden könne. Die erneuten Zweifel und Unsicherheiten wurden jedoch vom Bürgermeister entkräftet, der im Frühjahr 2018 mitteilte, dass die Stadtverwaltung mittlerweile eine uneingeschränkte Nutzungsgenehmigung für das Rathaus erhalten habe. Ende des Jahres 2018 stellte Geiger vorläufige Pläne zur Sanierung des Rathauses und zum Neubau der Stadthalle vor (vorläufige Kostenschätzung: 57 Mio. Euro),  die mehrheitlich (SPD, FDP, FWE und Linke) Zustimmung fanden, jedoch keine Unterstützung durch CDU und Grüne erfuhren.
Jetzt nimmt das Großprojekt konkrete Formen an: Die Stadt ist auf der Suche nach einem geeigneten Projektsteuerer, der in Kürze eingestellt werden soll.bGemeinsam mit der Verwaltung wird der Projektsteuerer den Architektenwettbewerb zur Sanierung des Rathauses und zum Neubau der Stadthalle vorbereiten, der Anfang 2020 durchgeführt werden soll und  voraussichtlich ein halbes Jahr dauern wird.  Danach benötigen Architekt und Verwaltung ein weiteres Jahr, um die finale Entwurfsplanung inkl. Kostenkalkulation zu erarbeiten, den Bauantrag vorzubereiten sowie letztlich die Baugenehmigung zu erhalten.  Eine zeitliche Einschätzung für diesen Prozess ist schwierig; nach vorsichtiger Einschätzung scheint ein Baubeginn Ende 2021  möglich zu sein, genau festlegen kann man sich aber angesichts des doch sehr umfangreichen Prozederes noch nicht. Außerdem müssen die Wählerinnen und Wähler vorher auch noch  zu zwei Wahlen an die Urne, die den Fortgang des Projekts durchaus beeinflussen könnten: Am 20. Oktober 2019 wird der Bürgermeister in Eschborn gewählt und im März 2021 finden die nächsten Kommunalwahlen statt.