Vor der 23. Stadtverordnetenversammlung in Eschborn fand eine Bürgerfragestunde statt. Harald Berg machte auf die Ausfahrt der Fahrzeuge aus dem künftigen neuen Notfallzentrum aufmerksam. Das akustische Signal sollte nicht bereits beim Verlassen des Zentrums eingeschaltet werden, eine Ampel wäre wünschenswert. Bürgermeister Mathias Geiger erklärte, dass eine solche Lichtsignalanlage auf der L 3006 vorgesehen sei. Gerlinde Ingelfinger wünschte sich bürgerfreundlichere Öffnungszeiten für den Bauhof. Der Bürgermeister versprach eine Prüfung. Zudem wollte sie wissen, warum die Stadt eine Containeranlage für 1,9 Millionen Euro kaufte. Die Anlage war 2016 vom Kreis auf einem städtischen Grundstück errichtet worden. „Die Stadt hat die Pflicht, Obdachlosigkeit zu vermeiden“, erklärte Geiger. Gegenwärtig seien die meisten der dort untergebrachten Geflüchteten anerkannt, für einige Personen liefen die Verfahren noch. Die Stadtverordnetenversammlung begann mit Berichten des Bürgermeisters. Die Baugenehmigung für die Seniorenimmobilie am Rapp-Kreisel liege vor, der Spatenstich sei für Mitte August geplant. Abgelehnt wurde der Entwurf des Bürgermeisters zur „Aufhebung der Satzung der Stadt Eschborn über die Ausübung des  Vorkaufsrechts gemäß § 25 und § 26 BauGB“. Die Angaben im Anhang des Antrags „führen uns Stadtverordnete in die Irre“,  widersprach Bernhard Veeck, Fraktionsvorsitzender der SPD, in der Diskussion. „Die Flurbezeichnungen haben sich verändert, die Satzung ist über 50 Jahre alt“, entgegnete Geiger.
„Warum müssen wir diesen Müll behalten?“, pflichtete ihm Thomas Matthes, Fraktionsvorsitzender der Linken, bei. Die Stadtverordneten waren jedoch mehrheitlich anderer Meinung.
Anschließend ging es um die „Alte Mühle“. Dazu brachte der Bürgermeister eine Vorlage ein. „Es war ein langer Weg bis heute, wir haben zwölf Jahre nach Ankauf des Gebäudekomplexes 2007 diskutiert. Nun soll es endlich losgehen“, stellte Geiger fest. Annette Christoph, FDP, sah das genauso: „Die Bürger haben sich gegen einen großen Umbau entschieden, aber der Ankauf war richtig, denn neben den Gebäuden wurde auch ein 15.000 Quadratmeter großes Grundstück für die Öffentlichkeit erworben.“
Eine kleine gastronomische Einrichtung sei erstrebenswert, aber aus dem Komplex werde sicher nie ein Renditeobjekt. Nun müsse über die Zuschüsse diskutiert werden. „Der Vorschlag reduziert das Risiko“, unterstrich die Stadtverordnete. CDU, SPD und Grüne hatten kurzfristig einen Änderungsantrag eingebracht, den Bärbel Grade, Fraktionsvorsitzende der Grünen, erläuterte: „Wir wollen eine betriebsuniverselle Sanierung und Ergänzungsbauten, so dass ein geschlossener Mühlenkomplex entsteht.“ Dabei sollen nach Beschluss Ausschreibungen erfolgen und ein belastbares Konzept unter Berücksichtigung des 2011 geführten Bürgerdialogs erarbeitet werden. „Was die neue Bürgermeisterwahlkampf-Koalition mit uns veranstaltet, ist peinlich“, konterte Matthes. Der Änderungsantrag sei eine Entwertung der Fachausschüsse. Erstmals habe der Bürgermeister ein stimmiges Konzept vorgelegt, endlich solle „etwas für die Stadt getan“ werden, aber: „Der Änderungsantrag demontiert alles.“
Ähnlich sah das Dietrich Buß, FWE: „Seit 2007 sind wir im Besitz der ‚Alten Mühle’, 2016 wurde ein Konzept vorgelegt, das nicht unterstützt werden konnte. Doch jetzt liegt ein gutes Konzept vor.“
Christian Oberlis, CDU, erwiderte: „Die ‚Alte Mühle’ ist uns eine Herzensangelegenheit.“ Er verbat sich die Bezeichnung Wahlkampf-Koalition, da sich die CDU wechselnde Mehrheiten suche. „Wir wollen keinen Schnellschuss, der möglicherweise wieder in einer Revision endet“, warnte Oberlis. Gegen den Änderungsantrag sprach sich Dietmar Jerger von den Bürgerlichen aus: „Besitz muss erhalten und entwickelt werden. Bürger, die an den Stadtverordnetenversammlungen teilnehmen, könnten den Eindruck gewinnen, dass es sich um einen Kindergarten handelt.“ Es wurde noch eine Weile gestritten, bis der Änderungsantrag die Zustimmung der Mehrheit fand. Außerdem wurden ein von den Grünen beantragter Akteneinsichtsausschuss „Revisionsbericht Alte Mühle“ und ein von der FDP beantragter Akteneinsichtsausschuss „Beauftragung eines Fahrradverleihsystems an die Fa. We-Bike“ auf den Weg gebracht. Beide Ausschüsse konstituieren sich am 20. August 2019.   
JF