Gute Voraussetzung ist ihr freundschaftliches Einvernehmen. Einen Beweis hierfür gab es im jüngsten Konzert: Helge Brendel und Richard Reichel vereinten sich für einen Choral zu vier Händen des Dresdener Kreuzkirchenorganisten Christian Gottlob Höpner. „Nun ruhen alle Wälder“ war ein guter Ausgangspunkt für mannigfache polyphone Verflechtungen. Noch zweimal konzentrierte sich Richard Reichel auf Choralbearbeitungen, auf „Liebster Jesu, wir sind hier“ des Berliner Organisten Julius Schneider sowie auf die Variationen über die Hymne „Jerusalem the Golden“ des Engländers William Spark, die überraschend zu Beginn an „Der Mond ist aufgegangen“ erinnert.
Reichels farbig gestaltete Beiträge schlugen eine glückliche Brücke zu den Vokalwerken der Orgelstunde. Wieder einmal setzte das Duo Con Classica Cronberg reizvolle Kontraste. Diskret begleitet von Gerhard Schroth, eröffnete Konstanze Callwitz den Reigen mit der eindringlichen Arie „Jerusalem“ aus Mendelssohns „Paulus“.
Margarita Kopp setzte glanzvolle Akzente mit Mozarts Arie „Tu Virginum Corona“. Die beiden gut aufeinander abgestimmten Sopranistinnen vereinten sich zu Duetten von César Franck und Gabriel Fauré; nach dem schlichten „Ave Verum“ des Engländers Karl Jenkins setzte Mendelssohn Bartholdy mit dem Duett „Denn in seiner Hand“ einen eindrucksvollen Schlusspunkt.
Abgerundet wurde das facettenreiche Konzert durch Helge Brendel mit einem Bach zugeschriebenen „Präludium und Fuge d-moll“ sowie mit dem stimmungsvollen „Prière à Notre Dame“ von Léon Boëllmann. Der Abend mit den auffallend zahlreichen Raritäten fand entschiedenen Zuspruch, wie der reiche Beifall einer gut besetzten Kirche bewies.