Baumgartner-Weng stellte zunächst die Themen des Masterplans vor und unterstrich:  „Heute Abend werden keine Entscheidungen getroffen, sondern der Masterplan-Prozess wird eröffnet. Ihre Vorschläge werden wir mitnehmen.“
Im ersten Teil des Abends wurde über den derzeitigen Stand in der Stadt Eschborn informiert. Dazu äußerte sich Geiger zum Anlass für die Ausarbeitung eines Masterplans und damit die Frage nach den Herausforderungen der nächsten 15 Jahre: „Der Masterplan soll uns wetterfest machen. Wir haben schon jetzt beispielsweise ein starkes Verkehrsaufkommen und sind auch Transitgemeinde. Eine weitere Herausforderung ist der Wohnraummangel vor allem bei bezahlbarem Wohnraum. Bei aller Bebaubarkeit muss jedoch die Natur im Auge behalten werden. Es geht ebenfalls um die Erhaltung der polyzentrischen Struktur des Rhein-Main-Gebietes.“ Demografischer Wandel, Gewerbe und Handel, Arbeitszeiten und Freizeitmöglichkeiten seien weitere wichtige Themen.
„Der Masterplan ist eine Möglichkeit, an der sich alle aktiv beteiligen können. Er soll schließlich eine Regieanweisung für die Politik sein“, erläuterte der Bürgermeister. Planungsdezernent Adolf Kannengießer erläuterte zur Erstellung des Masterplans: „Der Prozess wird in vier Phasen erfolgen. In der ersten Phase geht es um eine Bestandsanalyse, in der zweiten, im Frühjahr 2018, um Leitbilder und Szenarien, in der dritten um entsprechende Maßnahmen und in der vierten im Herbst dieses Jahres um die Fertigstellung des Masterplans.“ Beteiligt sind die Stadtverwaltung, natürlich die Bürger und externe Büros. Der Statusbericht, erstellt unter der Leitung von Sandra Zenk, liegt vor. Carsten Schlosser erläuterte anschließend Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger; eine Postwurfsendung bildete den Auftakt, Bürger sollten ihre Zukunftswünsche äußern. „Über 100 Postkarten sind zurückgekommen“, sagte Schlosser.
Daneben ist eine Online-Beteiligung über die Homepage der Stadt bis zum 20. April möglich, auch hier seien bereits mehr als 200 Hinweise geäußert worden. Und von der ersten Bürgerinformation an diesem Abend verspricht man sich viele Anregungen. Außerdem findet bis zum 3. April eine Ausstellung im Rathaus statt. Ein zweiter Bürgerinformationsabend ist zum ersten Entwurf des Masterplans vorgesehen.
Verkehrsprobleme würden die Bürger am meisten beschäftigen. Stefanie Bremer sprach anschließend über die sieben Themenfelder Gewerbe und Handel; Wirtschaft und Arbeiten; öffentlicher Raum und Stadtgesellschaft / Natur und Umwelt; soziale Infrastruktur und Bildung / Kultur, Freizeit und Sport; Mobilität und Verkehr; Wohnen und Zukunftsfragen. Bremer informierte über verschiedene Aspekte einer Stadt der Zukunft; Mobilität war dabei ein Schwerpunkt. „Wenn Sie künftig weiter von der S-Bahn abschrecken möchten, lassen Sie die Bahnhöfe so, wie sie sind“, bemerkte die Expertin sarkastisch. Andererseits lobte sie die gute Struktur des Gewerbegebietes, das viel Potential habe.
Sandra Zenk berichtete über den Stand des Masterplans. Der Status Quo werde im Moment festgehalten und auch veröffentlicht. Zenker nannte einige Schwerpunkte, darunter die geplante Regionaltangente West und einen vorgesehenen Radschnellweg. Steigender Wohnbedarf und demografischer Wandel wurden ebenfalls angesprochen. 2030 werden 185.000 neue Wohnungen für das Rhein-Main-Gebiet prognostiziert, 1.600 für Eschborn.
Dann beschäftigten sich die Interessierten mit den sieben Themenfeldern – dabei wurde untereinander und mit den Moderatoren und den Themenpaten aus der Verwaltung viel diskutiert, die Vorschläge wurden aufgeschrieben oder auf Karten mit Fähnchen aufgesteckt. Ein Saalplan half bei der Orientierung.
Die Vorstellung der Ergebnisse folgte im letzten Teil der Veranstaltung. Aus der Gruppe Kleingewerbe und Handel kam der Hinweis, dass ein gemütliches und attraktives Stadtzentrum und Cafés sowie kleine Einzelhändler fehlen. Beim Thema Wirtschaft und Arbeit wünschte man sich Einkaufsmöglichkeiten und Aufenthaltsflächen im Gewerbegebiet. Carsharing, bezahlbarer Wohnraum und After-Work-Angebote standen ebenfalls auf der Liste. Die Diskutanten zum Thema öffentlicher Raum / Stadtgestaltung schätzten die Erhaltung historischer Bauten und das nahe Grün. Anregungen gab es zur stärkeren Profilierung des Westerbachtals und der Nidda. Der Stadteingang müsste erkennbarer gestaltet werden.
Im Themenbereich Bildung, Kultur, Freizeit und Sport wurde das Angebot gewürdigt. Die Alte Mühle müsste zu einem attraktiven Ort der Begegnung werden. Auf sportlichem Gebiet wäre eine Multifunktionsanlage wünschenswert.
In Sachen Mobilität und Verkehr ging es vor allem um den Ausbau der Kreisverkehre, mangelnde Parkplätze, zu wenig Radwege und mehr öffentliche Verbindungen nach Frankfurt.
Im Bereich Wohnen plädierte man für eine gute Durchmischung sowohl hinsichtlich sozialer als auch demografischer Aspekte. Wohnen müsse bezahlbar sein. Neubauten sollten eher punktuell im Stadtgebiet entstehen. Ein komplexes Neubaugebiet wurde kontrovers diskutiert.
Die Zukunft von Eschborn sahen die Engagierten zum einen in der Erhaltung des dörflichen Charakters und zum anderen in der weiteren Attraktivität für große Unternehmen. Die Unabhängigkeit von Frankfurt war den meisten wichtig. Planungen müssten besser ineinanderfließen, langer Stillstand vermieden werden. Zwischen Job und Lebensqualität müsse es eine gute Balance geben. Die Ergebnisse des Abends werden ausgewertet und online veröffentlicht.
JF


Blick in den Saal.


Viele arbeiteten engagiert und interessiert mit.