Dabei wurden alle Fraktionen aufgerufen, Fragen einzureichen, dem die CDU-Fraktion Ende November 2017 mit zwölf formulierten Punkten nachkam. Ziel der durch die CDU-Fraktion eingebrachten Fragen ist es, die Interessen der Stadt Eschborn und damit ihrer Bürgerinnen und Bürger zu wahren. So möchte die CDU Fraktion etwa wissen, ob alternative Trassenführungen ebenso geprüft wurden wie bspw. die Verlegung von Strommasten, und welche Auswirkungen der geplante neue Stadtteil im Nordwesten Frankfurts auf die RTW haben könnte. Auch, ob ein Abstellgleisbahnhof auf Eschborner Gemarkung zwingend ist, oder nicht doch auch andere Standorte in Frage kämen, wollte die CDU-Fraktion bereits im November erfahren.
Gut vier Monate später wartet die CDU-Fraktion weiterhin sehnlich auf die Antworten. Auch hat es der zuständige Baudezernent Adolf Kannengießer (SPD) bislang – trotz mehrfacher Nachfragen – versäumt, der CDU-Fraktion eine Auskunft zu geben, wann mit der Beantwortung der Fragen zu rechnen ist. Dabei drängt die Zeit: Es gibt Fristen, die die Stadt Eschborn bei der Abgabe ihrer Stellungnahme zum aktuellen Planungsstand berücksichtigen muss. Entsprechend enttäuscht ist der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Depping von der Art und Weise, wie Kannengießer mit dem Stadtparlament umgeht: „Es ist unsere oberste Pflicht als Stadtverordnete, Fragen zu stellen. Die zeitnahe Beantwortung ist essentiell, damit wir uns ein umfassendes Bild über geplante Projekte machen und entsprechend handeln können. Wenn wichtige und zentrale Fragen trotz nahendem Fristablauf nach vier Monaten immer noch nicht beantwortet wurden und uns nicht einmal ein Zeitpunkt in Aussicht gestellt wird, wann damit zu rechnen ist, dann zeigt dies den fehlenden Respekt des Baudezernenten gegenüber dem Stadtparlament. Vor allem verhindert er, dass sich die Stadtverordneten ein vollständiges Bild über die RTW machen und politisch handeln können.“ Depping weiter: „Sollten die Fragen bei der RTW-Planungsgesellschaft verharren, dann wäre es die Aufgabe Kannengießers, auf eine rasche Beantwortung zu drängen. Die Stadt Eschborn ist Gesellschafterin der RTW und hat einen Anspruch auf Auskunft.“ Die CDU-Fraktion hat sich immer als Unterstützerin der RTW eingebracht, betont Depping, der aber auch festhält:
„Obwohl die RTW ein großer Gewinn für Eschborn wäre, bedeutet das nicht, dass wir jeden Punkt und jedes Komma richtig finden, und vor allem bedeutet das auch nicht, dass RTW- Wartungseinheiten wie Abstellgleisbahnhöfe oder Waschstraßen automatisch in Eschborn gebaut werden müssen. Wir wollen wissen, was die RTW-Planungsgesellschaft geprüft hat und wie die Ergebnisse waren. Vorher sehen wir uns nicht in der Lage, die weiteren Planungen zu unterstützen. Wir erwarten vom Baudezernenten, dass er uns diese Informationen kurzfristig übersendet.“