Den bunten Reigen der Auftritte eröffnete die „Yussara Dance Company” aus Hawai. Drei Hüften schwingende Damen entführten die Besucher auf die Trauminsel vieler Menschen. Dann sang der lettische Frauenchor „Silava“ als Einstimmung auf die flotten Volkstänze der Gruppe „Dimdari“, die auch ihre Trachten erklärte.
Mit ruhigen Reigenschritten bewegten sich die 20 Akteure der Volkstanzgruppe „Besse” aus Nordhessen über die Bühne, die vor dem roten großen Tor des Frankfurter Hofes aufgebaut war. Bei ihrer dritten Teilnahme hatten sich die beiden Bessemer Akkordeonspieler mit Geige und Gitarre verstärkt.
Neu in Sulzbach war eine „Bollywood”-Formation, die mit indischen Tänzen, solistisch, als Duo oder zu Dritt, einen Einblick in die Musik- und Tanzwelt des Subkontinents gab. Farbenprächtig agierte die „Compania Folclorica Columbiana” ihre Tänze, die von Ernte, Liebe und Lebensfreude erzählten.
Den mittleren Teil des Folklore-Festivals gestalteten die ungarische Tanzgruppe „Rezeda” und die drei „Steppsisters” aus Unterliederbach, die erst klassischen irischen Stepptanz vorführten, dann modernes Steppen ganz im Stile der US-Stepplegende Fred Astair vorführten. Sofia, Luise und Michi demonstrierten auch Klangeffekte der Steppsohlen. Spektakuläre Hingucker waren eindeutig zwei Samba-Tänzerinnen, die, so der begleitende Coach, direkt aus Brasilien eingeflogen kamen. Da klickten die Kameras, da surrten die Video-Geräte, um hinreißende Hüftschwünge und rituelles Popowackeln einzufangen.
Zwischendurch demonstrierten zwei stramme Burschen mit gewaltigen kampfbetonten Sprüngen die „Capoeira”, ein „Kampf- und Lebensstil” aus Brasilien, der unbedingte Selbstbeherrschung fordert. Erstmals begeisterte eine schottische Gruppe, die mit zehn Tänzerinnen und Tänzern eine moderne Form von schottischen Gesellschaftstänzen aus dem 18. Jahrhundert zelebrierte. Leicht und geschmeidig schwebten die Tanzpaare, die häufig in Sindlingen üben, auf der Bühne umher.
Ganz anders dagegen die „Breakdance Allstars” aus Liederbach, die von Samir Mesbah, dem Hausmeister an der Mendelssohn-Bartholdy-Schule, professionell ausgebildet werden. Die Akteure zwischen sechs und 24 Jahren zeigten rhythmisch akrobatischen Tanzstil auf hohem Niveau. Lautstark forderten besonders junge Zuschauer Zugaben. Zum Abschluss tanzte eine Folkloregruppe aus Kroatien, die in regionaler Landestracht und mit Livemusikern auftrat.Kulinarische Angebote aus Deutschland, Frankreich, Italien, dem Iran, Korea, Kroatien, Lettland, dem Senegal, Spanien, Syrien und Tschechien, so international wie nie zuvor, rundeten das Programm des Folklorefestes bei angenehmen Temperaturen und ohne Regen ab. GS